ÜBERSICHT

UNSER ANGEBOT

Work & Dive organisiert für Sie in Kooperation mit

  • Tauchtouren zum Schwarzen Meer / 5-Tage oder 9-Tage
  • Special Dive Tours zu Wracks wie Salzburg + Wolga-Don
  • Deutschprachige Begleitung plus Tauchguide
  • Maximal 10 Tauchgäste an Bord
  • Diverse Sightseeing und Rahmen-Angebote
  • Unterbringung in einem 3*** Hotel oder besser
  • 1 bis 2 Wracks pro Tag mit täglich 2-3 Tauchgängen
  • Möglichkeit zum Tauchen mit Delphinen und Beluga-Walen
  • ALLE Transfers inklusive auch bei abendlichen Restaurantbesuchen

DESTINATION ODESSA

Seit dem 15. Jahrhundert liegt Odessa oder die damalige Hadschi Bai am Schwarzen Meer. Die Stadt hat eine reiche, stürmische und geheimnissvolle Geschichte, sowie großartige Architekur und einen ganz eigenen, besonderen Flair. Ist die Opera wirklich der Vorreiter der Wiener Oper? Wozu wurden die Katakomben unterhalb der Stadt gebaut? Welche Geschichten halten die Straßen von Odessa geheim? Diese Stadt ist bewundernswert und ein Kleinod der Ukraine.

Aber nicht nur die Stadt hat ihre Geheimnisse sondern auch das Meer vor Odessa. Es liegen unzählige Wracks aus dem zweiten Weltkrieg auf dem Meeresboden der Bucht und es werden immer wieder neue, noch nicht erforschte Schiffe, Flugzeuge und U- Boote entdeckt. Wir bieten kein Tauchen um des Tauchens willen, wir nehmen einige wenige Gäste mit auf Expedition. Es ist ein einzigartiges unvergessliches Taucherlebnis, ein langer Tauchgang in die Geschichte mit Abenteuer- und Forschungsfeeling.

VORAB EIN KLEINER AUSFLUG IN DIE GESCHICHTE

Laut der in der Ukraine gesichteten Archivunterlagen sind im Schwarzem Meer während der Kriegshandlungen 1941 – 1944 insgesamt 441 deutsche und 737 sowjetische Schiffe versunken. Im gleichen Zeitraum wurden über dem Schwarzmeergebiet 2050 Flugzeuge der Luftwaffe sowie 1497 sowjetische Flugzeuge abgeschossen.

1941 tobten die verlustreichen Schlachten zwischen roter Armee und Wehrmacht in der Bucht vor Odessa. Bis heute wurden mehr als 110 Wracks im Radius von 50 Seemeilen geortet und montlich kommen neue hinzu. Aufgrund der Vielzahl von Untergängen und Abstürzen im Kriegsgeschen konnten diese damals kaum aufgezeichnet werden. Deswegen werden heute stellenweise Wracks gefunden, für die es zum Teil gar keine oder nur verfälschte Informationen gibt. Zudem wurden in der Nachkriegszeit von den sowjetischen Behörden irrtümlicherweise zahlreiche Dokumente vernichtet. Gruppen von Meeresgeologen und unterschiedliche Vereine und Organisationen aus diversen Ländern sind bemüht Licht in das Dunkel der Geschichte dieser Wracks zu bringen. Zur Erforschung und Erhaltung dieser Wracks wurde der internationale Verein “Ukrainian Sea Expeditions” gegründet, welcher sich aus verschiedenen Mitgliedern und Tauchunternehmen zusammensetzt.

Als vertretendes Mitglied für Deutschland und Österreich führen wir mit unserem ukrainischen Partner “Underwater Technologies Lab” Expeditionen zu unbekannten und bekannten Wracks durch. Unsere Konzentration liegt dabei auf den nachfolgend beschriebenen Wracks in der Bucht von Odessa. Die Südukrainische Heldenstadt Odessa ist mit ihrer Jahrhunderte alten, in verschiedenen historischen Werken und Memorien beschriebenen Geschichte, ein großartiges Ziel. Die Bucht von Odessa bis hin zur Hafenstadt Zatoka, sowie der nord-westliche Teil des Schwarzen Meeres stellen ohne Zweifel ein Areal, welches über ein großes Kontingent an Objekten der Unterwasser-Archäologie sowie an Objekten aus dem zweiten Weltkrieg verfügt, dar.

Tauchtiefen zwischen 7 und 38 Meter machen langes und ausgiebiges erkunden der Wracks möglich. Ganzjährige Wassertemperaturen zwischen 6 und 12 Grad unterhalb der Sprungschicht machen Trockentauchanzüge erforderlich. Mit längeren Bootsfahrten is zu rechnen, mit großen Fischschwärmen jedoch weniger. Der Salzgehalt ist sehr gering, wodurch der Zerfall der Wracks gemindert ist.

DIE WRACKS VON ODESSA

Die Tante “Ju-52″

Tauchtiefe: 15 – 17 Meter

Länge: ca. 18 Meter mit Spannweite von ca. 30 Metern

Bei der Untersuchung des Archives des 69. Jagdgeschwaders, das unmittelbar an der Verteidigung von Odessa beteiligt war, sind die Meeresforscher auf den Bericht über einen erfolgreichen Angriff eines sowjetischen Fliegers auf einen deutschen Bomber Ju-88 gestoßen, der abgeschossen wurde.

So wurde die Idee geboren, diesen Jagdbomber, sowie die anderen Objekte, deren Beschreibungen in den Archiven auftauchten, in der Bucht von Odessa zu suchen. Am 25. September 2008 begann die mühsame Suche. Am 28. September 2008 fand dann der erste Tauchgang nach dem gesuchten Objekt statt. Statt einer Ju-88 wurde dann allerdings eine Ju-52 entdeckt. Sie liegt, wie ein toter Vogel, auf dem Rücken, das Fahrgestell ragt nach oben, an den Flügeln sind die Reste der Propeller zu erkennen. Die Flügel sind besonders an den Enden ziemlich stark zerstört, was wahrscheinlich darauf zurück zu führen ist, dass hier oft Schiffe ankern und die Flügel durch Ketten und Anker beschädigt wurden.

Verschiedene Gegenstände wurden an Bord gefunden, wie eine Thermosflasche, ein Fotoapparat mit Filmen, Teile vom Glasgeschirr, Taschen in denen sich Schuhe, Socken, Uhren und einige Soldatenstiefel befanden, sowie diverse Utensilien vom Funkerplatz. Viele Gegenstände weisen klare Spuren von Feuereinwirkung auf, was auf einen Brand im Flugzeug während des Absturzes hinweist.

Die “Sulina”

Verdrängung: 3495 Tonnen

Länge: über 120 Meter

Breite: 18-20 Meter

Ein rumänisches Frachtschiff, das im Jahr 1939 fertig gestellt wurde. Am 29. Mai 1942 wurde ein Geleitzug von Konstanza nach Odessa geschickt, welcher aus 2 Frachtschiffen „Sulina“ und „Ardeal“ bestand, die von den Zerstörern “Regina Maria”, “Maresti” und “Marasesti”, sowie von den deutschen Minenräumschiffen FR-04 und FR-06 begleitet wurden. Um 9 Uhr 25 wurde der Geleitzug von einem sowjetischen U-Boot A-3 torpediert (2 Torpedos für 2 Schiffe).

Das Frachtschiff “Sulina” wurde getroffen und sank um 9 Uhr 55. 10 Seeleute fanden dabei ihren Tod, 97 Seeleute wurden von den Begleitschiffen gerettet. An Bord von „Sulina“ befand sich eine Fracht aus 4000 Tonnen Hafer und 510 Tonnen Weizen. Das Schiff liegt auf einer Tiefe von ungefähr 20 Metern und erhebt sich 12 Meter über dem Meeresgrund. Die “Sulina” ist gut erforscht, ihr Zustand ist recht gut und Räume sind zugänglich. Die installierten Geschütze zur Selbstverteidigung sind noch erhalten. Da die “Sulina” der Königlichen Rumänischen Familie gehörte, gab es interessante Funde mit dem königlichen Siegel. Man kann sagen, dass die “Sulina” eines der interessantesten Wracks im Schwarzen Meer ist.

Die „Patagonia“

Wasserverdrängung: 6011 Tonnen

Länge: 115,37 Meter.

Breite: 15,88 Meter.

Tiefgang: 8,5 Meter.

Der ehemalige englische Dampfer wurde am 25.03.1915 in die Schwarzmeer-Flotte aufgenommen. Am 28. September 1915 um 8 Uhr fuhr der Transport von Odessa nach Nikolaev und wurde vom deutschen U-Boot UB-7 torpediert. Durch die Explosion am rechten Heck unter dem Großmast entstand ein 7,4 m2 großes Leck. Der Heckabschnitt wurde überschwemmt und das Schiff ist dann mit dem Heck voraus gesunken.

Es befindet sich auch heute auf 21,9 Meter Tiefe. Der Bug blieb ohne Schaden, da das Schott des Maschinenraums und das des Kesselraums durch die Explosion nicht beschädigt wurden und das Wasser somit nicht ins Bug fliesen konnte. Die Mannschaft konnte vollständig gerettet werden. Am 2. November 1915 ist die für die Untersuchung der Beschädigungen zuständige Kommission zu der Entscheidung gekommen, dass die “Patagonia“ gehoben werden kann. Aus dem Laderaum 2 wurde das Wasser periodisch ausgepumpt, außerdem wurde die zusätzliche Befestigung der Schotte sichergestellt. Jedoch ging der Transport nach einem Monat während eines Sturmes unter. Zirka 2 m hinter dem mechanischen Schott wurde der Schiffsrumpf zerbrochen, und der Teil des Maschinenraumes wurde beim erneuten Sinken einige Meter ins Achterdeck eingedrückt.

Am 13. November 1939 wurde der Bug der „Patagonia“ in den Hafen von Odessa transportiert. Es wurde auch der Hauptteil des Schiffrumpfs gehoben, der kleinere Teil des Schiffsrumpfs, das Achterschiff, verblieb auf dem Meeresboden. Der Transport wurde von Tauchern aus Odessa mehrfach geprüft. Sie haben das Achterschiff gefunden, besonders gut sind der Aufbau und das Ruders erhalten geblieben.

Die “Dürenstein”

Wasserverdrängung: 103 Tonnen

Die „Dürenstein“ ist ein Dampfradschiff, das der deutschen Kriegsmarine gehörte. Am 17. August 1941 griff das sowjetische U-Boot M-31 den deutschen Geleitzug mit zwei Torpedos in der Nähe von Odessa an. Der Kapitän des U- Boots schrieb sich die Versenkung des deutschen Dampfradschiffes „Dürenstein“ zu. Die Angriffskoordinaten waren 46’20′N 30’45′E.

Dem “Handbuch für die Verluste auf dem Schwarzen Meer 1941 – 1945″ zufolge, ist der Dampfer aber am 20.August 1941 viel weiter östlich untergegangen, in der Straße von Kertsch. Es ist bekannt, dass an dieser Stelle rund ein Dutzend nicht identifizierter Schiffe untergegangen ist. Wenn man aber die Berichte über die Untersuchung des Meeresbodens in der Bucht von Odessa liest, wird dort an einer Stelle ein Objekt unter dem Namen “Dürnstein” mit Koordinaten 48’18′N 30’46′E erwähnt.

In den 70er Jahren erforschten Taucher zusammen mit dem kartografischen Dienst der Schwarzmeer-Flotte in der Nähe der letztgenannten Koordinaten ein kleines Dampfradschiff. Es ist ein Schlepper, der bis zum Oberdeck im Boden eingesunken ist. Die Aufbauten sind noch zu erkennen, auch das riesige Steuerrad, welches von einer Muschelschicht bedeckt ist. Auch die Reste des Schornsteins, der sich auf 6 Meter über dem Meeresgrund erhebt, sind noch gut erhalten. Die Tiefe beträgt 23 Meter.

Die Torpedoboote „Vigelia + Viforul“

Am 10 Juni 2008 begann die Expedition und die Suche nach den beiden Begleitbooten der Ungvar und fand am 6.September ihr Ende. Während dieser Zeit wurden die beiden Torpedoboote im Detail erforscht, aber auch Teile des durch eine Unterwasser-Mine völlig zerstörten rumänischen Frachters „Ungvar“ entdeckt. Durch die 960 Tonnen Munition, welche die „Ungvar“ an Bord geladen hatte, war die trichterförmige Explosion mit einem Durchmesser von 160 Metern so stark, dass die beiden zum Schutz mitfahrenden Torpedoboote ebenfalls versenkt wurden.

Der Zustand der beiden Boote ist aber dennoch sehr gut. Gut sichtbar und zugänglich sind unter anderem das Steuerrad und der Antrieb, wobei die Schaube leider vor kurzem abmontiert und gestohlen wurde. Der Anker war zur Zeit der Explosion vermutlich in Benutzung da er sich senkrecht unter dem Meeresgrund befindet. Die Tauchtiefe beträgt 17,5 Meter. Die Entfernung vom Explosionskern ist 50 Meter. Die beiden Boote liegen 370 Meter auseinander.

Die „Viforul“ liegt mit dem Kiel waagerecht auf dem Grund und 160 Meter vom Explosionszentrum entfernt. Tauchtiefe ist 18,5 Meter und der Rumpf ist zum größten Teil unter Meeresboden. Gut zu erkunden sind die Torpedoabschussanlage und Rohre. Im Heckteil des Bootes befinden sich noch 4 Unterwasserbomben, 20 Meter vom Bootrumpf entfernt wurde noch ein Bordgeschütz vom Typ Flagg Wickers 7,69 mm gefunden. Ebenso gefunden wurden die Herstellerbezeichnungen der Reederei Vosper LTD.

Die „Briansk“

Verdrängung: 2823 Tonnen

Länge: ca. 100 Meter

Die “Briansk” – das ehemalige Frachtschiff der Seeschifffahrt vom Schwarzen Meer, das nach einer Stadt in Zentralrußland benannt wurde. Am 27.07.1941 wurde das Schiff in den Bestand der Schwarzmeer Flotte aufgenommen. Am 21. August 1941 fuhr das Frachtschiff unter der Führung von Kapitän K.S. Goronenko nach Odessa. Es gab keinen Geleitschutz und so wurde das Frachtschiff in der Nähe des Hafens von den gegnerischen Flugzeugen versenkt.

Das Schiff liegt eben auf dem Meeresgrund und erhebt sich über diesen auf die Höhe von 9 Metern. Das Schiff wurde schon oft von den Sporttauchern untersucht. Der Schiffsrumpf, der eine Länge von ca. 100 Metern hat, ist in einem schlechten Zustand, die Aufbauten sind fast vollständig zerstört. Dennoch ist die Kombination „Briansk“ und „Sulina“, die beide sehr nah zusammen liegen, unbedingt einen Tagestauchtripwert. Dieses Wrack wurde von der Zeitschrift TAUCHEN auf den Platz Nummer 7 der weltweit besten Wracks platziert!

RAHMENPROGRAMM

Führung durch die Katakomben

Die Katakomben von Odessa sind beim Aufbau der Stadt quasi als Nebenprodukt entstanden. Es gab in der Umgebung weder Berge noch Wälder. Darum hat man sich kurzerhand das Baumaterial aus der Erde geholt und so den reichlich vorhandenen Muschelkalkstein abgebaut. Wo heute Odessa steht, dort breitete sich in der Vorzeit das Meer aus. Nach seinem Rückgang blieben die Muscheln zurück und bildeten den Muschelkalkstein. Durch dessen Abbau ist ein unterirdisches Labyrinth mit Wegen von insgesamt zweitausend Kilometern Länge entstanden.

Verglichen mit den Katakomben in Nepal, Paris und in manchen Städten auf der Halbinsel Krim sind die Katakomben in Odessa sowohl in ihrer Länge als auch in ihrer Tiefe (bis zu 70 Metern) die Größten ihrer Art. Erforscht und skizziert sind rund achthundert Kilometer.

Mit dem Aufbau von Odessa wurden die unterirdischen Gänge ausgebaut. Häufig verstecken sich Schmuggler und Piraten darin. Während des Zweiten Weltkrieges versteckten sich die Partisanen von Odessa in den Katakomben und bekämpften von dort aus die Faschisten. Im Innern der Katakomben ist es stockdunkel. Die Temperatur beträgt konstant acht bis zehn Grad. Die Luftfeuchtigkeit liegt das ganze Jahr über bei rund neunzig Prozent. Besichtigen kann man kleine Abschnitte der Katakomben in der Nähe des Dorfes “Nerubajske”, einem Vorort dreizehn Kilometer nördlich von Odessa Richtung Kiew. Dort wurde ein unterirdisches Partisanenmuseum eingerichtet, in dem man das damalige Leben unter der Erde nachgestellt hat. Zahlreiche Gegenstände, wie Küchenherd und Küchengeschirr, Funkgerät und Gewehre oder selbst gebaute Explosionskörper vermitteln gute Eindrücke des Partisanenlebens.

Tauchen im Delphinarium

 

Nachtleben – Nightlife in Odessa